Rathaus Blieskastel (Foto: Thomas Braun)

Rathaus Blieskastel (Foto: Thomas Braun)

Dass dem Saarland in den kommmenden Jahren eine Gebietsreform ins Haus steht, ist ein offenes Geheimnis. Am Ende wird es einige Kommunen weniger geben, die eigenständig weiterbestehen. Freiwillig haben offenbar schon Blieskastel, Mandelbachtal und Gersheim über eine Fusion nachgedacht – eher unfreiwillig sind diese Gedankenspiele nun öffentlich geworden und haben einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

Seit rund 100 Tagen ist der neue Innenminister Klaus Bouillon im Amt. Vergangene Woche hat er eine erste Bilanz gezogen und damit die Diskussion über ein brisantes Thema eröffnet: Die Fusion von Gemeinden. Von „Zwang“ mag momentan noch niemand sprechen, noch wird von allen Parteien das „freiwillig“ betont – aber mittlerweile mit mehr Nachdruck.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die ersten konkreten Namen fallen würden. Mehr oder minder unfreiwillig sind nun Blieskastel, Mandelbachtal und Gersheim in den Fokus der Diskussion gerückt – denn die Bürgermeister genau dieser Kommunen sollen nach einem Bericht der Saarbrücker Zeitung schon einmal bei Bouillon angeklopft haben.

Mehr Zusammenarbeit – keine Fusion

Für die Räte in den betroffenen Kommunen ist diese Meldung offenbar eine Überraschung. Denn offiziell informiert wurden sie über mögliche Gedankenspiele bislang nicht. Und auch auf der Homepage von Blieskastel brangt nur dick und fett die Pressemitteilung, dass die drei CDU-Bürgermeister Faber-Wegener, Rubeck und Tussing enger zusammenarbeiten wollen. Von Fusion keine Rede.

Und genauso sehen das auch die Kommunalräte: Laut einem Bericht der SZ haben sowohl die SPD, als auch die CDU vor Ort eine klare Linie gezogen. Mehr Zusammenarbeit geht in Ordnung, aber eine Fusion ergebe keinen Sinn.

Saar-Parteien: Fusion kein Thema

Und auch auf Landesebene wird sich erst einmal deutlich distanziert. Selten wie nie sind sich laut einem Bericht des SR alle Parteien im Landtag einig, dass Gemeindefusionen derzeit kein Thema sind. wie CDU-Fraktionschef Klaus Meiser sagte, sei auch zwischen Bouillon und den Bürgermeistern nie über eine Fusion oder eine Gebietsreform gesprochen worden.

Die Parteien schieben damit mögliche Debatten oder gar Entscheidungen erst einmal auf die lange Bank. Klar ist aber, dass Thema wird schon in den nächsten Jahren, wenn nicht sogar Monaten, zu einem der beherrschenden Themen im Saarland – nur halt jetzt noch nicht.

Gebietsreform 1974: Aus 34 mach drei

Und mit Fusion kennen sich die Anwohner der Bliestalgemeinden ja aus: Bei der letzten Gebietsreform 1974 wurde Blieskastel um 14 Stadtteile erweitert, Gersheim wuchs um zehn Gemeindeteile, Mandelbachtal entstand aus dem Zusammenschluss von acht Gemeinden.