In der kommenden Saison müssen die Handballer der VTZ Saarpfalz wieder in der Oberliga RPS auflaufen. Nicht mehr mit dabei sind dann Torhüter Stefan Dressler und Rechtsaußen Thorsten Bas. Beide Spieler kehren zurück zu ihren Wurzeln zum TV Niederwürzbach. In einem Gespräch erklären die beiden erfolgreichen Handballer, warum sie im nächsten Jahr im Würzbacher Dress auflaufen. Ex-VTZler David Leffer freut sich über alte Gesichter, die mit ihrer Erfahrung, den TVN nur bereichern können.

Kathrin Dauenhauer: Warum wollt ihr im nächsten Jahr nicht mehr im VTZ-Trikot spielen?

Stefan Dressler: Das hat mit wollen wenig zu tun. Mein Beweggrund ist ganz klar der Zeitfaktor. Zusätzlich zu meinem Studium arbeite ich seit zwei Jahren bei der Firma Festo im Schichtdienst. Das war immer schwierig mit den Trainingszeiten zu vereinbaren. Und auch am Wochenende ist es einfach so, dass man länger unterwegs ist als zuhause und dann auch keine Zeit fürs Studium bleibt. Es ist ein Unterschied, ob ich in Kirkel oder in Friedberg spiele. Ich will einfach ein bisschen mehr Zeit für mich.

Kathrin Dauenhauer: Ist das dann eher eine Entscheidung gegen die zeitaufwändige 3. Liga?

Stefan Dressler: Das hat damit nichts zu tun. Die Oberliga ist zwar nicht so zeitintensiv aber unser VTZ-Trainer Mirko Schwarz will auch in der kommenden Saison viermal trainieren. Außerdem bin ich in Niederwürzbach in zwei Minuten im Training.

Kathrin Dauenhauer: Wie sieht das bei dir aus Thorsten?

Thorsten Bas: Meine Gründe sind nur privater Natur. Mein Hauptaugenmerk liegt auf der anstehenden Hochzeit. Außerdem sind wir auf der Suche nach einem Haus und dazu benötige ich mehr Zeit.

Stefan Dressler: Bei mir ist das auch nur der Zeitfaktor. Man will mehr Zeit für sich und alltägliche Dinge, wie nach der Uni einfach auf der Couch ausruhen oder mehr Zeit für die Freundin.

Kathrin Dauenhauer: Und ihr wolltet unbedingt wieder zu eurem Heimatverein?

Stefan Dressler: Also für mich war das einfach, entweder ich gehe zurück zu meinem Heimatverein oder ich höre auf zu spielen. Wobei das so leicht auch nicht ist. Aber wenn ich zu einem anderen Verein gewechselt wäre, dann kommt wieder Druck auf, es geht um Geld und alles was dazu gehört.

Thorsten Bas: Das sehe ich genauso. Es waren auch nie andere Vereine im Gespräch.

Kathrin Dauenhauer: Wie war die Erfahrung 3. Liga für euch?

Stefan Dressler: Für mich persönlich war der Höhepunkt der Aufstieg. Das war ein grandioses Jahr.

Kathrin Dauenhauer: Wie habt ihr den Aufstieg empfunden?

Stefan Dressler: Wir haben drei Jahre RPS gespielt und drei Jahre am Aufstieg gearbeitet. Da hat immer das Quäntchen Glück gefehlt oder die nötige Konstanz. Im letzten Jahr hat es dann funktioniert und es war ein tolles Gefühl. Das war einfach genial. Die Dritte Liga selbst, also auch wenn wir viele Spiele verloren haben, war die Stimmung innerhalb der Mannschaft immer gut. Wir hatten ein gutes Mannschaftsgefüge.

Kathrin Dauenhauer: Was war euer bester und euer schlechtester Moment in der 3. Liga?

Thorsten Bas: Mein bester Moment war das Spiel in Coburg vor 2400 Leuten. Da war Stimmung wie in einem Spiel, dass du dir im Fernsehen anschauen kannst. Lustigster Moment war das Spiel gegen Konstanz zuhause, als wir eine Zweiminutenstrafe bekamen, weil der Pressefotograf an unserer Bank vorbeilief.

Stefan Dressler: Es gibt nicht den besten Moment sondern viele. Da zählt das Spiel in Coburg ganz klar dazu, das verpfiffene Spiel zuhause gegen Konstanz und dass wir dann dort bei denen einen Punkt mitnehmen konnten. Einer der schlechtesten Momente war für mich das Spiel in Herrenberg. Da sind wir so abgeschossen worden und so untergegangen, das war peinlich. Es gab noch andere Spiele, in denen wir nicht unsere Leistung bringen konnten, aber Herrenberg war unmöglich. Dort hätten wir alles in die Waagschale werfen müssen und dann präsentierten wir uns so schlecht.

Thorsten Bas: Das Schlimmste für mich war der Abstieg. Eigentlich hatten wir mit der Mannschaft die nötige Klasse, die Liga zu halten.

Stefan Dressler: Ja das stimmt. Hinzu kommt, dass uns der Weggang von Johannes Leffer stark getroffen hatte. Wir müssen zugeben, dass wir den Start in die Liga komplett verschlafen haben. Da gelten auch keine Ausreden.

Kathrin Dauenhauer: Gibt das dann jetzt nicht einen harten Unterschied, da der TVN in der Verbandsliga spielt?

Stefan Dressler: Natürlich. Man kann 3. Liga und Verbandsliga nicht miteinander vergleichen. Auf der einen Seite gibt es einen krassen Bruch aber auf der anderen Seite spielen auch beim TVN Leute, die schon auf höherem Niveau gespielt haben.

Thorsten Bas: Das muss einem ganz klar bewusst sein, dass wenn man drei Klassen tiefer wechselt, dass da Unterschiede herrschen. In der 3. Liga ist das alles dann sehr leistungsorientiert – da fällt dann jetzt ein gewisser Druck weg. Mit der Mannschaft, mit der  wir im nächsten Jahr in Niederwürzbach spielen, willst du auch aufsteigen in  die Saarlandliga.

Kathrin Dauenhauer: Was sind eure sportlichen Ziele beim TVN?

Stefan Dressler: Ganz klar Aufstieg. Wenn die Mannschaft so da steht, wie es vorgegeben ist, dann ist Aufstieg die absolute Priorität.

Thorsten Bas: Dass wir unseren Platz in der Mannschaft finden, Aufstieg und in Niederwürzbach noch einmal eine Handballhochburg aufbauen.

Kathrin Dauenhauer: Vielen Dank für das Gespräch.